Mein Körper und Ich
- Anna Seifried

- 21. Mai 2023
- 2 Min. Lesezeit
Viele Menschen leben heutzutage fast nur im Kopf. Vom eigenen Körper entfremdet. Von unserem Körper wollen wir oft nur, dass er funktioniert, uns nicht weiter stört, unser Leben zu “genießen” und die Leistungen zu erbringen, sowie der gesellschaftlichen Schönheitsnormen entsprechend aussieht.
“Genuss” schreibe ich hier in Gänsefüßchen, weil meistens das, was wir darunter verstehen, einfach sehr ungesunde, durch Werbung auferlegte und für unseren Körper schädliche Sachen sind - fünften Kaffee am Tag trinken, eine rauchen gehen, mit einem Gläschen Wein oder Bier den Stress bekämpfen, Fertigprodukte auswählen, weil das ja schnell ist, Pommes, Chips, Nuggets, Tiefkühlpizzas, Weißmehlprodukte, Softgetränke und Co. (mit unzähligen Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und enormen Mengen an Zucker) konsumieren. Interessanterweise verbinden die Menschen das, was sie zu sich nehmen oder was sie machen nicht damit, wie sie sich fühlen physisch und psychisch.
Auch Leistung muss unser Körper erbringen! Verspannungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme – ja-ja, irgendwann kümmere ich mich darum. Aber das soll natürlich superschnell und supereffektiv sein und am besten einmal in ein paar Jahren. Dafür hat man ja nicht genug Zeit. Manchmal denke ich, um unsere Autos kümmern wir uns besser als um unseren Körper. Wenn wir denken, dass mit unserem Auto etwas nicht stimmt, dann überprüfen wir das. Die eindeutigen Zeichen, die uns unser Körper sendet, ignorieren wir aber und machen bis zur Erschöpfung weiter – schneller, höher, weiter, besser!
Ein kleiner Einblick in unsere Innenwelt: unser Körper kämpft aus allen verbliebenen Kräften, um ein inneres Gleichgewicht, das schon lange durch falsche Ernährung und Stress zerstört ist, wiederherzustellen und die Krankheiten warten geduldig auf ihre Chance und machen es sich im Körper bequem. Laut TCM beginnen die Krankheiten nicht spontan, sondern entwickeln sich über viele Jahre. Ich denke, wir können nicht alles vorbeugen, aber ganz ehrlich, versuchen wir denn das überhaupt? Oder nehmen wir einfach eine Pille, die schnell die Symptome kaschiert soll?
“Wenn wir das Flüstern des Körpers nicht hören, dass etwas aus der Balance geraten ist, beginnt er zu schreien.” Lissa Rankin
Heutzutage, dank den Sozialen Medien und deren Filter, knüpfen die Menschen ihre Identität so stark an ihr Aussehen wie nie zuvor. Stränge Diäten oder hungern, schneiden, spritzen, pumpen, auf eigene Faust mit irgendwelchem Sport anfangen, welcher gar nicht zu dem eigenen Zustand passt und deshalb eher schädlich als gesund ist – Selbstoptimierung hat keine Grenzen mehr. Leider geht es dabei nicht mehr um Gesundheit, sondern nur um schönes Bild nach außen.
Was können wir tun?
Eigentlich haben wir zwei Varianten: leiden oder lernen. Lernen sich selbst und den eigenen Körper besser kennen, lernen den eigenen Körper zu spüren und zu verstehen, lernen auf die Signale des eigenen Körpers zu achten und mit dem Stress umzugehen, lernen dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun, wie z.B. bewusst atmen, erholsam schlafen, genug Wasser trinken, sich gesund zu dem eigenen Körper und dessen Bedürfnissen passend, ernähren und zu dem eigenen Körper passende Bewegung finden, regelmäßig Ruhe- und Entspannungspausen machen.
"Man muss dem Körper Gutes tun, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen" Winston Churchill





Kommentare